Ford und Octopus Energy starten V2G-Angebot für Privatkunden
Ford und Octopus Energy führen in Deutschland gemeinsam bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G) für Privatkunden ein. Ab Sommer 2026 wird das Elektroauto damit nicht nur zum Verbraucher, sondern auch zum aktiven Bestandteil des Stromnetzes. Zum Start richtet sich das Angebot an Käufer eines neuen Ford Capri oder Ford Explorer.
Im Rahmen der Kooperation fungiert das E-Auto als flexibler Stromspeicher: Es wird bevorzugt zu Zeiten niedriger Strompreise geladen und speist Energie wieder ins Netz zurück, wenn die Nachfrage hoch ist – etwa in den Abendstunden. Octopus Energy übernimmt die Steuerung dieser Prozesse automatisiert im Hintergrund. Ziel ist es, Stromkosten für Nutzer deutlich zu senken und gleichzeitig zur Stabilisierung des Energiesystems beizutragen.
Nach Angaben der Partner lassen sich die Einsparungen rechnerisch auf eine jährliche Fahrleistung von bis zu 16.000 Kilometern übertragen.
Tarifmodell kombiniert Bonus und vergünstigten Ladestrom
Das Angebot setzt sich aus einem speziellen V2G-Stromtarif von Octopus Energy, der technischen Freischaltung der Fahrzeuge sowie einer bidirektionalen Wallbox des Anbieters Ambibox zusammen. Im Mittelpunkt stehen finanzielle Anreize für die Kunden:
So erhalten Teilnehmer einen monatlichen Bonus von 30 Euro, sofern das Fahrzeug mindestens 300 Stunden pro Monat an die Wallbox angeschlossen ist. Das entspricht einer jährlichen Gutschrift von bis zu 360 Euro.
Zusätzlich wird der Ladestrom mit 18 Cent pro Kilowattstunde gegenüber dem regulären Haushaltsstrompreis vergünstigt. Daraus ergibt sich ein effektiver durchschnittlicher Ladepreis von rund 15 ct/kWh. In Kombination mit dem Jahresbonus lassen sich so rechnerisch rund 2.400 kWh kostenfrei laden, was – abhängig vom Verbrauch – einer Fahrleistung von etwa 13.700 bis 17.300 Kilometern entspricht.
Die Nutzer behalten dabei die Kontrolle über ihr Fahrzeug: Abfahrtszeiten und gewünschte Ladezustände lassen sich individuell festlegen. Bei Bedarf kann die V2G-Optimierung jederzeit deaktiviert und das Fahrzeug mit bis zu 11 kW sofort geladen werden.
Voraussetzungen: Modelle und Hardware
Voraussetzung für die Teilnahme sind ein Ford Capri oder Ford Explorer ab Modelljahr 2026 sowie die Nutzung der bidirektionalen Ambibox-Ladestation. Die Fahrzeuge verfügen über die notwendige Technik, um Energie kontrolliert ins Netz zurückzuspeisen. Laut Ford ist das System so ausgelegt, dass die Batterielebensdauer durch intelligentes Energiemanagement geschont wird.
Joerg Hofmeister, Head of Charging & Energy bei Ford Europa, sieht darin einen erweiterten Nutzen der Fahrzeuge:
„Der Ford Capri und der Ford Explorer sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern mobile Energiespeicher. Unsere Kunden können sicher sein, dass ihr Fahrzeug jederzeit fahrbereit ist – und gleichzeitig Stromkosten spart.“
Auch Octopus Energy betont den einfachen Zugang für Endkunden
Bastian Gierull,CEO von Octopus Energy, erklärt: „Wir machen das E-Auto zu einem aktiven Baustein der persönlichen Energiewende. Der Kunde steckt sein Auto an – wir kümmern uns um den Rest.“
Ausbau in Europa geplant
Der Start des V2G-Tarifs in Deutschland ist nach Angaben der Partner erst der Anfang. Im Laufe des Jahres 2026 soll das Angebot schrittweise auf weitere europäische Märkte ausgeweitet werden. Zum Auftakt ist der Tarif ausschließlich für ausgewählte Ford-Modelle in Kombination mit der Ambibox-DC-Ladestation verfügbar.
Interessierte können sich ab sofort auf den Webseiten von Ford und Octopus Energy registrieren. Weitere Details stellen die Partner vom 10. bis 12. Februar auf der E-World energy & water in Essen vor (Halle 5, Stand 5K108).



