Marketing Report
[Interview] George Coleman, CEO der The PHA Group

[Interview] George Coleman, CEO der The PHA Group

Unter der Leitung von George Coleman hat sich die PHA Group von einer Public-Affairs-Agentur zu einer Full-Service-Agentur mit Fokus auf Earned Media entwickelt.

Durch die Kombination von Agilität, KI-gestützten Strategien und integrierten Kompetenzen in den Bereichen Earned, Paid, Social Media und Digital unterstützt PHA Marken dabei, sich in der heutigen Medienlandschaft Gehör zu verschaffen. Die Agentur expandiert international und definiert moderne PR mit mutiger, ergebnisorientierter Kreativität neu.

Wie haben Sie die PHA Group strategisch von einer Public-Affairs-Agentur zu einer Full-Service-Agentur weiterentwickelt?

PHA wurde vor 20 Jahren von einem der führenden britischen Zeitungsredakteure gegründet.Die Kommunikationslandschaft sah damals ganz anders aus. YouTube war gerade erst gestartet. Facebook feierte seinen ersten Geburtstag. Twitter war noch Zukunftsmusik.

Es war die Zeit vor „User Generated Content“, Influencern, Social Commerce und vielem mehr, was wir heute als selbstverständlich ansehen.

Wenn die letzten zwei Jahrzehnte ganz im Zeichen des Aufstiegs der sozialen Medien standen, treten wir jetzt in ein KI-zentriertes Zeitalter ein. Ein Zeitalter, das durch tiefgreifende Veränderungen im Medienkonsum, zunehmende Disintermediation und das Ende des traditionellen Vertriebs- und Marketing-Funnels geprägt ist.

Gleichzeitig sind soziale, wirtschaftliche und politische Umbrüche zur neuen Normalität geworden. Die Welt ist schneller, chaotischer und komplexer denn je.

In diesem Umfeld stellt sich für jede Marke die Frage: Wie können wir uns von der Masse abheben, Aufmerksamkeit erregen und Wirkung erzielen?

Früher dachten wir in Kategorien: Earned Media, Digital Media, Social Media, Paid Media. Heute hingegen ist Kreativität der Schlüssel zum Erfolg. Die Agenturen, die gewinnen werden, sind diejenigen, die sich durch herausragende Earned-First-Kreativität auszeichnen und die Kompetenz besitzen, über alle Kanäle hinweg zu agieren, um Zielgruppen überall und jederzeit zu erreichen. Agil, integriert, datengetrieben.

PHA ist genau dafür geschaffen. Wir haben uns bewusst vom überholten PR-Agentur-Archetyp verabschiedet und uns zu einer integrierten Kommunikationsagentur mit Earned-First-Ansatz entwickelt. Unsere Fähigkeiten und Kompetenzen haben sich zwar enorm erweitert, doch unser Gespür für das, was eine gute Geschichte ausmacht – was Menschen fesselt und zum Mitmachen animiert – ist heute so stark wie am ersten Tag unserer Agentur.

Wie sehen Sie die Entwicklung der PHA Group im sich wandelnden PR-Umfeld?

Die größte treibende Kraft im PR-Bereich ist KI. Wir nutzen KI vollumfänglich als Werkzeug zur Unterstützung unserer Arbeit. Doch es reicht nicht aus, bestehende Prozesse einfach nur zu replizieren und zu automatisieren. Die wahre Stärke der KI liegt darin, unsere Arbeitsweise – sowohl individuell als auch als Unternehmen – grundlegend zu verändern. GEO (Generative Engine Optimization) wird von PR-Agenturen derzeit stark beworben, da es den Wert von Medienarbeit unterstreicht. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.

Algorithmen greifen auf ein komplexes Ökosystem von Quellen zurück. Um die Darstellung von Marken in KI-Ergebnissen optimal zu gestalten, benötigen wir umfassende Kompetenzen, darunter ein tiefes technisches Verständnis von Suche und Auffindbarkeit.

Noch in diesem Jahr werden wir ein völlig neues Agentur-Betriebssystem einführen, das die Wirkung, die wir für unsere Kunden erzielen können, revolutionieren wird. Es wird eine branchenweit einzigartige Innovation sein, daher möchte ich hier nicht zu viel verraten. Sie wird jedoch die Bedeutung von strategischer Beratung und Kreativität – also genau dort, wo wir Menschen den größten Mehrwert schaffen können – deutlich steigern.

Gleichzeitig erwarte ich, dass gängige Prozesse durch zunehmende Automatisierung immer mehr standardisiert werden. Folglich werden wir in der Branche weniger Fachkräfte sehen, die qualitativ hochwertige Beratungsleistungen erbringen.

Was macht den Ansatz von PHA im Vergleich zu großen Holdinggesellschaften so einzigartig?

Das Holding-Modell ist grundlegend überholt. Größe ist kein Vorteil mehr, sondern ein Hindernis für gute Arbeit. Agilität und Geschwindigkeit sind entscheidend geworden.

Die Fähigkeit einer Agentur, Teams dynamisch zusammenzustellen und neu zu strukturieren, um dem sich ständig ändernden Bedarf an Kompetenzen und Expertise gerecht zu werden, entscheidet darüber, ob sie Trends setzt oder nur mitläuft.

Der ideale Ansatz ist die Kombination aus Boutique-Größe und einem umfassenden Leistungsangebot für Earned, Paid, Social und Digital. Im Zentrum dieser Schnittmenge stehen unkonventionelles Denken und grenzenlose Kreativität.

PHA bietet alle Leistungen einer Holdinggesellschaft, jedoch ohne Reibungsverluste und Verwaltungsaufwand. Kunden und Talente werden darauf aufmerksam.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und Chancen für PR-Agenturen heute?

Die größte Herausforderung ist ein Mangel an Visionen und Selbstvertrauen. PR war und ist eine hochkreative und strategische Funktion. Doch ein veraltetes Verständnis von PR hat sie bisher ausgebremst.

PR ist nicht gleich Medienarbeit. PR bedeutet, Aufmerksamkeit zu erregen, zum Handeln anzuregen und Wirkung zu erzielen. Es geht nicht nur um die erste Kontaktaufnahme. Unser Beitrag reicht bis zur Conversion. Und das über alle Kanäle hinweg, auch bezahlte. Kreativität steht im Mittelpunkt. Sie sorgt dafür, dass die Nutzer nicht einfach weiterscrollen, nicht wegen der Tatsache, dass sie für die Anzeige in ihrem Feed bezahlt haben.

Wir sind zunehmend die führende Kreativagentur für unsere Kunden und übernehmen sowohl Above-the-Line- als auch Below-the-Line-Maßnahmen. TV-Spots, Außenwerbung, Eventmarketing – PR-Chancen sind vorhanden.

www.thephagroup.com

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