Marketing Report
L'Oréal und OpenAI kommen ins Geschäft

L'Oréal und OpenAI kommen ins Geschäft

L'Oréal und OpenAI haben auf der Technologiemesse VivaTech 2026 eine Zusammenarbeit angekündigt, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Beauty-Branche vorantreiben soll. Die Partner wollen KI sowohl für Kundenerlebnisse als auch für Forschung, Produktentwicklung und Marketing einsetzen.

Die Kooperation ist Teil der langfristigen KI-Strategie von L'Oréal. OpenAI übernimmt dabei die Rolle eines zentralen Technologiepartners für verschiedene Anwendungsbereiche entlang der Wertschöpfungskette des Kosmetikkonzerns.

KI-Anwendungen für Handel und Kundenerlebnisse

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf KI-gestützten Customer-Journeys und dem sogenannten Agentic-Commerce. Dabei sollen Verbraucher Produkte und Dienstleistungen über KI-gestützte Interaktionen entdecken und nutzen können.

Maybelline New York plant, die virtuelle Make-up-Anprobe auf Basis der ModiFace-Technologie direkt in ChatGPT zu integrieren. Nutzer sollen dadurch Make-up-Looks in Echtzeit über KI-gestützte Gespräche ausprobieren können.

Darüber hinaus arbeiten beide Unternehmen daran, die Produktsuche für Marken wie Lancôme und Kérastase innerhalb von ChatGPT in den USA auszubauen. Zudem beteiligen sich SkinCeuticals, CeraVe und Garnier an einem Werbe-Pilotprojekt von ChatGPT, das Werbeinhalte entlang digitaler Kaufentscheidungen platzieren soll.

Fokus auf Forschung und Content-Produktion

Neben dem Kundengeschäft umfasst die Kooperation auch Anwendungen in Forschung und Wissenschaft. L'Oréal setzt dabei auf GPT-Rosalind, ein von OpenAI entwickeltes Modell für biowissenschaftliche Analysen.

Das Unternehmen nutzt die Technologie, um Daten zum Hautmikrobiom auszuwerten und nützliche Bakterien für die Entwicklung künftiger Hautpflegeprodukte zu identifizieren. Erste Anwendungen sollen bei La Roche-Posay erfolgen.

KI als Bestandteil der Unternehmensstrategie

Auch die interne Content-Produktion soll von der Zusammenarbeit profitieren. Das aktuelle Modell von OpenAI wird künftig die Plattform CreAItech unterstützen, mit der L'Oréal Bilder und Videos für seine Marken erstellen kann.

Asmita Dubey, Chief Digital and Marketing Officer bei L'Oréal: „Wir bei L'Oréal sind davon überzeugt, dass wir höhere Anforderungen an die KI stellen können, um unsere Beauty-Kunden, unsere Fachbereiche wie Marketing und Forschung sowie unsere Mitarbeiter zu unterstützen. Unsere Zusammenarbeit mit OpenAI unterstützt dieses Bestreben, neue Lösungen im Beauty-Bereich zu entwickeln, auf struktureller Ebene."

Emmanuel Marill, Geschäftsführer für EMEA bei OpenAI: „L'Oréal verbindet seit langem Wissenschaft, Kreativität und Technologie, um die Zukunft der Beauty-Branche zu gestalten. Wir freuen uns darauf, mit den Teams von L'Oréal zusammenzuarbeiten, um dieses nächste Kapitel zu unterstützen – von der Beschleunigung von Forschung und Innovation über die Unterstützung der Mitarbeiter bei neuen Arbeitsweisen bis hin zur Schaffung nützlicherer, intuitiverer Erlebnisse für die Verbraucher."

Teil einer langfristigen KI-Roadmap

Die Kooperation ist Teil von L'Oréals „Transformative AI“-Strategie. Das Unternehmen verfolgt damit drei Ziele: die Weiterentwicklung personalisierter Beauty-Erlebnisse, die Unterstützung von Mitarbeitern durch KI-Anwendungen sowie den Ausbau von KI-Kompetenzen innerhalb der Organisation.

Nach Unternehmensangaben wurden bereits 73.000 Mitarbeiter in generativer KI geschult und mit internen Werkzeugen wie L'OréalGPT ausgestattet.

www.loreal.com

www.openai.com

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