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Nestlé-Studie blickt auf das Essen im Jahr 2040

Nestlé-Studie blickt auf das Essen im Jahr 2040

Klimawandel, Gesundheitsvorsorge und Künstliche Intelligenz dürften die Ernährung in Deutschland bis 2040 deutlich verändern. Gleichzeitig bleiben Geschmack und gemeinsames Essen wichtige Faktoren. Das zeigt die Nestlé-Zukunftsstudie Wie is(s)t Deutschland 2040?, für die 1.581 Menschen in Deutschland zu möglichen Entwicklungen der Ernährung befragt wurden.

Die Untersuchung beschreibt drei zentrale Entwicklungen: Der Klimawandel beeinflusst Verfügbarkeit, Preise und Produktion von Lebensmitteln. Künstliche Intelligenz könnte stärker in Ernährung, Gesundheit, Einkauf und Alltagsplanung eingebunden werden. Gleichzeitig gewinnt die persönliche Gesundheitsvorsorge an Bedeutung. Ernährung wird dabei als ein Bereich verstanden, mit dem Menschen ihre langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinflussen können.

Genuss bleibt trotz Veränderungen wichtig

Bei aller Veränderung bleibt Essen für die Befragten mit Genuss und Gemeinschaft verbunden. 92 Prozent bezeichnen Essen als wichtige Quelle von Genuss. 81 Prozent sagen, Essen sei am schönsten mit anderen. 78 Prozent sind überzeugt, dass Essen auch künftig gut schmecken muss.

Daniela Wippler, Head of Consumer and Marketplace Insights & Analytics Nestlé Deutschland: „Die Studienergebnisse machen deutlich: Ernährung wird künftig vielfältiger, komplexer und stärker zur Frage von Orientierung, Vertrauen und Eigenverantwortung. Darin liegen Herausforderungen, aber auch Chancen, Ernährung der Zukunft aktiv mitzugestalten und Menschen in ihren Bedürfnissen zu unterstützen."

Alexander von Maillot, Vorstandsvorsitzender Nestlé Deutschland: „Wir wollen die Ernährung von morgen so mitgestalten, dass sie gesünder, widerstandsfähiger und alltagstauglicher wird, ohne das zu verlieren, was gutes Essen ausmacht - nämlich Freude, Genuss und Verbindung. Neue Lösungen müssen sich daran messen lassen, ob sie Geschmack, Lebensqualität und Gemeinschaft erhalten und gleichzeitig auf veränderte Realitäten und Bedürfnisse einzahlen. Die Weichen für 2040 stellen wir heute. Wir treiben Innovationen voran, verbinden Menschen über unsere starken Marken, und schaffen zielgerichtete Angebote. Entscheidend ist, Veränderungen früh zu erkennen und gemeinsam mit Partnern skalierbare Lösungen zu entwickeln, die in der Breite funktionieren und Menschen im Alltag unterstützen."

Klimawandel verändert die Lebensmittelversorgung

Der Klimawandel wird laut Studie stärker als konkrete Einflussgröße auf die Lebensmittelversorgung wahrgenommen. Extremwetter, Ernteausfälle und knapper werdende Ressourcen können demnach die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Lieferketten und Preise beeinflussen. 65 Prozent der Befragten erwarten, dass Klimawandel und Krisen Lebensmittel knapper und teurer machen und das Risiko von Lieferengpässen erhöhen.

Gleichzeitig zeigt sich eine Bereitschaft zur Anpassung. 55 Prozent erwarten, dass Menschen ihr Essverhalten an Klimafolgen und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln anpassen müssen. 43 Prozent könnten sich vorstellen, alternative Produkte zu nutzen, wenn klassische Rohstoffe wie Kaffee, Kakao oder Getreide knapp werden. Der gleiche Anteil ist offen für Lebensmittel aus alternativen Rohstoffen, etwa fermentierte Proteine oder Algen.

Nachhaltigkeit muss im Alltag funktionieren

Auch die Erwartungen an nachhaltige Ernährung verändern sich. Entscheidend ist laut Studie weniger allein die persönliche Haltung als die Frage, ob entsprechende Lösungen im Alltag funktionieren. 68 Prozent sind der Ansicht, dass sich nachhaltige Ernährung nur durchsetzen wird, wenn die Angebote bezahlbar, verfügbar und attraktiv sind. 71 Prozent sehen Möglichkeiten für nachhaltigere Wege in der Landwirtschaft.

Im Vergleich mit der Nestlé-Zukunftsstudie von 2015, die den Blick auf das Jahr 2030 richtete, beschreibt die aktuelle Untersuchung damit eine Verschiebung. Nachhaltige Ernährung wurde damals stärker mit persönlichen Werten und Lebensstil verbunden. Für 2040 rückt dagegen die Frage in den Mittelpunkt, wie Ernährung unter veränderten Bedingungen dauerhaft gewährleistet werden kann. 71 Prozent der Befragten rechnen mit einer Zukunft, die vom Klimawandel und einem pragmatischen Umgang mit seinen Folgen geprägt ist.

Ernährung wird Teil der Gesundheitsvorsorge

Auch die Bedeutung von Ernährung für die persönliche Gesundheitsvorsorge nimmt in den Szenarien zu. Menschen wollen demnach Beschwerden nicht erst behandeln, sondern möglichst lange gesund, leistungsfähig und mental ausgeglichen bleiben. Ernährung wird dabei als täglicher Ansatzpunkt für die eigene Vorsorge verstanden.

67 Prozent sagen bereits heute: „Ich sollte mich gesünder ernähren." 68 Prozent erwarten, dass mentale Gesundheit künftig weiter an Bedeutung gewinnt. 44 Prozent gehen davon aus, dass Menschen ihre Ernährung im Jahr 2040 gezielt auf körperliche und mentale Leistungsfähigkeit ausrichten werden.

Personalisierte Ernährung gewinnt an Bedeutung

Parallel steigt die Akzeptanz personalisierter Ernährung. 37 Prozent sehen darin ein wichtiges Instrument für den Erhalt der eigenen Gesundheit. 78 Prozent empfinden eine Zukunft mit einem starken Fokus auf individuelle Prävention als fortschrittlich.

Statt allgemeiner Ernährungsempfehlungen könnten künftig stärker persönliche Bedürfnisse, Lebensphasen und verfügbare Gesundheitsinformationen berücksichtigt werden. Gleichzeitig bleibt die Integration in den Alltag eine Herausforderung. 40 Prozent geben an, häufig nicht genügend Zeit zu haben, sich so zu ernähren, wie sie es gerne möchten.

54 Prozent sind überzeugt, dass künftig mehr Menschen Spritzen oder Tabletten zur Gewichtsregulation nutzen werden. Rund ein Drittel kann sich zudem vorstellen, Vorsorgeuntersuchungen an Gesundheitsstationen im Handel in den Alltag zu integrieren.

KI soll Orientierung beim Essen geben

Künstliche Intelligenz könnte ebenfalls stärker in den Ernährungsalltag einziehen. Die Studie beschreibt mögliche Anwendungen von der Auswertung von Gesundheitsdaten über Ernährungsempfehlungen bis zur Vorbereitung von Einkäufen und zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

46 Prozent befürworten KI als persönlichen Ernährungsberater. 42 Prozent würden KI künftig nutzen, um Gesundheitsdaten auszuwerten und daraus Empfehlungen abzuleiten. 34 Prozent nutzen KI bereits heute bei ihrer Kaufentscheidung.

Entscheidend für die Akzeptanz ist dabei der wahrgenommene Nutzen. KI soll Orientierung bieten, Aufwand reduzieren und Empfehlungen stärker auf individuelle Bedürfnisse ausrichten. Gleichzeitig bleiben Fragen nach Transparenz und persönlicher Kontrolle bestehen.

Verbraucher setzen Grenzen bei Automatisierung

40 Prozent der Befragten befürchten Kontrollverlust und Fremdbestimmung durch KI. 43 Prozent lehnen humanoide Roboter ab, die zu Hause selbstständig kochen. 38 Prozent möchten keine implantierten Sensoren nutzen, die dauerhaft Körperdaten erfassen.

Die Studie sieht deshalb Transparenz, Datensicherheit und Wahlfreiheit als wichtige Voraussetzungen für den Einsatz von KI im Ernährungs- und Gesundheitsbereich. Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Altersgruppen. 33 Prozent der Jüngeren können sich einen KI-Agenten zum Einkaufen vorstellen, bei den Älteren sind es 17 Prozent.

Nestlé fokussiert Gesundheit, Versorgung und Technologie

Aus den Studienergebnissen leitet Nestlé drei Handlungsfelder ab: Gesundheit und Prävention sollen stärker in den Alltag integriert werden, die Widerstandsfähigkeit von Landwirtschaft und Lieferketten gestärkt werden und Technologien dort eingesetzt werden, wo sie Verbraucher unterstützen können.

Im Bereich Gesundheit verweist das Unternehmen auf Rezepturanpassungen und Informationen wie Portionshinweise, zusätzliche Nährwertangaben und den Nutri-Score. Zudem nennt Nestlé Angebote aus dem Nutrition-&-Health-Geschäft, unter anderem von Solgar, Vital Proteins und Pure Encapsulations.

Beim Thema Versorgungssicherheit verweist Nestlé auf Aktivitäten im Bereich der regenerativen Landwirtschaft. Nach Angaben des Unternehmens stammen weltweit 20,7 Prozent seiner zentralen Rohstoffe von Betrieben, die regenerative Praktiken anwenden. Alternative Zutaten, pflanzenbasierte Angebote und weitere Produkte sollen ebenfalls dazu beitragen, auf veränderte Rohstoffverfügbarkeiten zu reagieren.

Im Technologiebereich arbeitet Nestlé nach eigenen Angaben daran, dass Marken-, Produkt-, Rezept- und Ernährungsinformationen auch in einer zunehmend KI-geprägten Informations- und Einkaufswelt korrekt verstanden und wiedergegeben werden können. Dazu gehören strukturierte Inhalte, Produktdaten und verifizierbare Informationsquellen.

Fünf Szenarien für die Ernährung 2040

Für die Studie entwickelte Nestlé gemeinsam mit der Marktforschungsagentur Bonsai Research und Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann fünf gleichwertige und plausible Zukunftsbilder. Dabei flossen die Einschätzungen von 14 Fachleuten aus Trendforschung, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Handel und Gesellschaft sowie von kreativen Verbrauchern ein.

Anschließend bewerteten 1.581 Menschen in Deutschland die Szenarien im Rahmen einer repräsentativen Online-Befragung im April 2026. Die fünf Zukunftsbilder heißen Genuss und Gemeinschaft, Preventive Health, Klimarealismus, Seamless Convenience und Bio-Hacking.

Die Szenarien können sich überschneiden und je nach Lebenssituation und individuellen Bedürfnissen unterschiedlich relevant sein. Die Untersuchung knüpft an die Nestlé-Zukunftsstudie aus dem Jahr 2015 an, die sich mit der Ernährung im Jahr 2030 beschäftigte.

www.nestle.de

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