Q-PLANET startet Pilotlinie für Quantenchips
Mit Q-PLANET ist eine europäische Pilotlinie zur Industrialisierung von Neutralatom-Quantenchips gestartet. Das Projekt wird mit 50 Millionen Euro gefördert, vom Unternehmen Pasqal koordiniert und durch das European Chips Joint Undertaking (Chips JU) sowie nationale und regionale Behörden kofinanziert. Insgesamt arbeiten 28 Partner aus elf europäischen Ländern an dem Vorhaben.
Als eine von sechs europäischen Quanten-Pilotlinien soll Q-PLANET den Übergang von der Forschung in die industrielle Fertigung beschleunigen. Ziel ist es, standardisierte Produktionsprozesse und Komponenten für Quantentechnologien bereitzustellen und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Quantenbereich zu stärken.
Fraunhofer HHI entwickelt photonische Komponenten
Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) entwickelt im Rahmen des Projekts eine Pilotlinie für die Produktion, Assemblierung und Charakterisierung optoelektronischer Schaltkreise zur Steuerung von Quantenchips. Die Arbeiten basieren auf photonischen Integrationsplattformen aus Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN) und Siliziumnitrid (SiN) für verschiedene optische Wellenlängen.
Nach Angaben der Projektpartner sollen damit wichtige Voraussetzungen für die industrielle Fertigung von Neutralatom-Quantenchips geschaffen werden.
Standardisierte Fertigungsprozesse im Fokus
Eine zentrale Herausforderung der Quantentechnologie besteht darin, Forschungsergebnisse in skalierbare Produktionsprozesse zu überführen. Q-PLANET soll dafür reproduzierbare Herstellungsverfahren sowie standardisierte Werkzeuge für Design, Kalibrierung, Steuerung und Tests entwickeln. Dies soll insbesondere Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Quantentechnologien erleichtern.
In den ersten drei Projektjahren konzentriert sich das Konsortium auf die Entwicklung von Lasern für vier Schlüsselwellenlängen, Atom-Chips sowie mikrostrukturierten Dampfzellen für Atomuhren und Feldsensoren. Die Komponenten sollen in drei Entwicklungszyklen vom Technology Readiness Level 4 auf Level 6 weiterentwickelt werden. Parallel entstehen standardisierte Process Design Kits (PDKs) und Assembly Design Kits (ADKs).
Europäisches Konsortium mit 28 Partnern
Jari Kinaret, Geschäftsführer des Chips Joint Undertakings: „Das Chips JU unterstützt derzeit ein Portfolio von Maßnahmen, das Quantenfunktionalitäten auf der Grundlage von sechs technologischen Plattformen entwickeln wird, die von supraleitenden und photonischen Ansätzen bis hin zur neutralatomaren Technologie reichen, auf die sich das Q-PLANET-Projekt konzentriert. Dieses vielfältige Projektportfolio stärkt Europas technologische Souveränität in der Quantentechnologie und legt die Grundlagen für eine neue Industrie."
Klara Mihov, Q-PLANET-Projektleiterin am Fraunhofer HHI: „Q-PLANET bietet die Chance, die nächste Generation photonischer Komponenten für Quantenanwendungen aktiv mitzugestalten. Besonders wertvoll ist dabei, dass das Fraunhofer HHI seine Expertise in der integrierten Photonik in den Aufbau einer europäischen Infrastruktur für photonische Quantentechnologien einbringen kann. Die enge Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Industriepartnern und Endanwendern ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, um Quantentechnologien aus dem Labor in praktikable und skalierbare Anwendungen zu überführen. Gleichzeitig leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Europas im Quantenbereich."
Zu den 28 Projektpartnern gehören unter anderem Pasqal, Fraunhofer HHI, Silicon Austria Labs, VTT, CNRS, Université de Strasbourg, Safran Electronics & Defense, die University of Stuttgart, das Politecnico di Milano, ICFO und die University of Warsaw.



