Tattoo-Agenten beginnen mit der Aktion, um Frauen Tätowierungen zu ermöglichen
Der Partner von Joke ist im Alter von 25 Jahren gestorben. Dies stellte für sie eine extreme Belastung dar. In den Niederlanden haben viele Frauen unter Druck und durch emotionale Manipulation ihrer (Ex-)Partner Tätowierungen stechen lassen. Selbst kleine Tattoos können für sie eine große psychische Belastung darstellen und stehen oft für eine unerträgliche Beziehung.
Um diesen Frauen zu helfen und die Kosten für das Entfernen der Tattoos zu senken, startet am 6. April die Stiftung „Spijt van Tattoo“ eine Initiative.
Die Kampagne macht auf eine große Gruppe von Frauen aufmerksam, die unter Misshandlung, Manipulation und Kontrolle leiden. In vielen Fällen handelt es sich um destruktive Beziehungen. Ein Beispiel: Ein Ex-Partner kaufte eine Tattoo-Maschine über AliExpress für rund 250 Dollar und tätowierte seine Partnerin selbst. Solche Handlungen sind oft Teil von Kontrolle und Abhängigkeit.
Viele betroffene Frauen befinden sich in einer Phase ihres Lebens, in der sie verunsichert sind und Angst empfinden. Sie werden häufig eingeschüchtert, manipuliert und teilweise auch durch Alkohol oder Medikamente beeinflusst. Dadurch fällt es ihnen schwer, sich zu wehren oder Hilfe zu suchen.
Die Kampagne soll genau hier ansetzen: Sie will ein tabuisiertes Thema sichtbar machen und betroffenen Frauen Unterstützung bieten. Viele von ihnen tragen die Tätowierungen als dauerhafte Erinnerung an eine Zeit von Angst und psychischem Druck.
Joke selbst befindet sich noch im Genesungsprozess, möchte aber anderen Frauen Mut machen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie sagt: „Was mir passiert ist, kann auch anderen passieren.“
Über eine Crowdfunding-Aktion auf GoFundMe werden Spenden gesammelt, um die Entfernung der Tattoos zu finanzieren. Für viele Frauen ist dies ein wichtiger Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschließen. In Jokes Fall beliefen sich die Kosten auf rund 30.000 Euro. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von „Tattoo No More.“

Für viele Opfer bleibt das Tattoo eine sichtbare Erinnerung an eine Zeit von Kontrolle, Angst und psychischem Leid. Die Kampagne trägt den Namen „Uit je Hart, uit je Huid“.
Initiiert wurde sie von Andy und Dex von „Spijt van Tattoo“. Ziel ist es nicht nur, Tattoos zu entfernen, sondern auch ein belastendes Kapitel im Leben der Frauen sichtbar abzuschließen.
Frauen können sich nicht direkt anmelden, sondern werden über Fachkräfte wie Psychologen, Fallmanager oder Sozialarbeiter an die Stiftung vermittelt.



